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Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche St. Erhard Walpertskirchen

http://www.erzbistum-muenchen.de/walpertskirchen

Die erste Kirche in Walpertskirchen bestand bereits im 12. Jahrhundert. Die im Chor der bestehenden Kirche angebrachte Jahreszahl 1491 dürfte sich auf einen Neubau der Kirche im 15. Jahrhundert beziehen. Noch im 19. Jhdt. war im Ansatz eine romanische Kirche zu erkennen, wobei aber ein mit 1508 datiertes Fresko auf einen gotischen Kirchenbau schließen läßt. Nach Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche barock umgestaltet. 1884 erfolgte eine Restaurierung und teilweise Neuausstattung der Kirche durch den Münchner Architekten Josef Elsner. Am 9. April 1900 stürzte der Turm ein, der dann aber bereits 1904 wieder fertigaufgebaut war. Ausgestatte ist die Kirche mit zahlreichen Figuren und Altären aus dem 17. Jahrhundert.

 

Filialkirche St. Jakobus in Neukirchen

Man geht davon aus, die jetzige Kirche im 14 Jahrhundert eine gotische Kapelle gewesen ist. September 1648 wurde die Kirche durch die Schweden und Franzosen zerstört und dürftig wieder aufgebaut. 1698 schließlich wurde aus der Kapelle eine Kirche gebaut und im selben Jahr dem Hl. Jakobus geweiht.

 

Nebenkirche St. Florian in Schwabersberg

Die Kirche St. Florian ist auf einem Hügel südöstlich der dreiseitigen Bauernhofanlage Schwabersberg gelegen. Die Kirche wird erstmal im 17. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Baumeister war Hans Kogler.

 

 

 

Der Bahnhof in Walpertskirchen – ein Schmuckstück für die Gemeinde

Die Bahnstation, die Walpertskirchen viel bedeutet, steht seit mehr als 140 Jahren mitten in der Gemeinde. Dass das damals gerade einmal 200 Seelen zählende Dorf mit der Eröffnung der Staatsbahnlinie München – Mühldorf am 1. Mai 1871 von den Königlich Bayerischen Verkehrs-Anstalten einen Bahnhof im Rang einer „Station II. Classe“ erhielt, verdankt die Gemeinde dem Umstand, dass zwischen den Stationen Schwaben (damals noch ohne „Markt“) und Dorfen eine Ausweichmöglichkeit für die Züge erforderlich war. Jahrzehntelang lag die Station außerhalb des Ortes.

1966 fiel der Bahnhof den Rationalisierungsmaßnahmen der Deutschen Bundesbahn zum Opfer, die ihn in eine unbesetzte Haltestelle umwandeln ließ. Nach dem Abbau des Ausweichgleises und der Signalanlagen fristete das Bahnhofsgebäude aus Sichtziegelmauerwerk noch zehn Jahre ein tristes Dasein, dann beseitigte der Radlader das stattliche Gebäude, das sich noch weitgehend im Ursprungszustand befand. Auch die Güterhalle musste weichen; der Güterverkehr wurde 1993 vollständig aufgegeben.

Bahnhof Walp 1

Über 100 Jahre prägte der Bahnhof das Ortsbild. Die Aufnahme datiert vom 10. Januar 1976, drei Monate vor dem Abbruch. Foto: Karl Bürger

 

Ende der 1980er drohte die Stilllegung

Seit den 1950er Jahren hatten sich Walpertskirchens Siedlungen rund um den Bahnhof entwickelt, und der Bahnanschluss hat zur stetig wachsenden Einwohnerzahl ganz erheblich beigetragen. Dessen ungeachtet beabsichtigte die Bundesbahn Ende der 1980-er Jahre, die Bahnstation zu schließen. Hierzu wurde das Zugangebot systematisch reduziert und unattraktiv gestaltet, was einen zunehmenden Rückgang der Fahrgäste bewirkte. Bitten der Gemeinde, mehr Züge halten zu lassen, lehnte die Bundesbahndirektion München stets kategorisch ab mit der Begründung, es bestehe kein Bedarf und die Streckenbelegung lasse keine weiteren Halte zu. Hierauf gründete sich im Juli 1989 der PRO BAHN Arbeitskreis Walpertskirchen, um den Widerstand gegen die weitere Ausdünnung des Zugangebots und gegen die drohende Schließung der Bahnhaltestelle zu organisieren – mit Erfolg. Konnten zunächst Verbesserungen nur in kleinen Schritten erreicht werden, gelang mit dem ab 15. Dezember 2002 gültigen Jahresfahrplan der Durchbruch. Seither wird der Haltepunkt Walpertskirchen zusätzlich zu den Zügen des Berufsverkehrs im Zweistundentakt an sieben Tagen der Woche bedient, was nicht zuletzt Ergebnis der 13-jährigen harten Kärrnerarbeit des örtlichen PRO BAHN Arbeitskreises ist.

 

Ehrenamtliche Bahnhofspatenschaft

Zunehmend verfielen die Anlagen der Walpertskirchener Bahnhaltestelle, und damit einher gingen Verwahrlosung, Tristesse und mutwillige Beschädigungen, was sehr deutlich am Wartehäuschen zu sehen war. Mitte der 1990er enthielt es nicht einmal mehr einen Aushangfahrplan, weil sich kein Mensch mehr darum kümmerte.

Bahnhof Walp 2 Bahnhof Walp 3      

 

Beschmiert und beschädigt präsentiert sich das Wartehäuschen am 22. November 1994 (linkes Bild), und wo sich einst der Ladehof befand, wuchert allerhand Gestrüpp. Fotos: Karl Bürger

 

Am 3. Juli 1997 übernahm der PRO BAHN Arbeitskreis für den Haltepunkt Walpertskirchen eine Patenschaft, die vom nunmehr zuständigen Bahnhofsmanagement Rosenheim der DB Station&Service AG hochgeschätzt wird. Ziel dieser Patenschaft ist es, den Fahrgästen vor Ort aktuelle und kundengerechte Informationen zu bieten, die Bahnanlagen in einem ansprechenden Zustand zu erhalten und Verunstaltungen (Schmierereien, Verschmutzungen und wildes Plakatieren) zu unterbinden. Zu den ehrenamtlichen Tätigkeiten im Rahmen dieser Patenschaft gehört auch die gärtnerische Pflege des Bahnhaltepunktes, wodurch das Bahnareal einen attraktiven Anblick bietet. Erheblichen Anteil daran haben sechs Blumenrabatten, stilecht aus alten Eisenbahnschwellen gefertigt, inmitten der Grünanlage neben dem Bahnsteig. Den Großteil der Blumen für die Rabatten stiftet dankenswerterweise jedes Jahr die örtliche Gärtnerei Aust.

Bahnhof Walp 4

 

Bahnhof Walp 5

Fotos: Karl Bürger

 

Bahnsteigverlängerung in Eigenregie

Um zu vermeiden, dass künftig Züge mit neun Doppelstockwagen nicht halten können, beschloss der Gemeinderat auf Initiative des PRO BAHN Arbeitskreises am 12. September 2002, den Bahnsteig auf Kosten der Gemeinde auf die erforderliche Länge nach Vorgaben der Bahn um 38 m auf 248 m verlängern zu lassen. Es bestand Übereinstimmung darüber, dass die vorhandene Infrastruktur verbessert werden muss, um das erreichte Zugangebot zu sichern und auch die Voraussetzungen für dessen Ausweitung zu schaffen. Nach vielen Abstimmungen mit den zuständigen Stellen des DB-Konzerns konnten die Bauarbeiten im November 2003 durchgeführt werden. Zugleich wurde ein neuer, geteerter Zugang für Fußgänger angelegt. Mit dem auf eigene Kosten verlängerten Bahnsteig ist die Gemeinde in Vorleistung gegangen, um für die angestrebte Bedienung des Haltepunktes im Stundentakt gerüstet zu sein. Sie erscheint möglich, sobald es die Streckenkapazität nach dem vollständigen zweigleisigen Ausbau des Streckenabschnitts Ampfing – Mühldorf zulässt. Es gilt nun, dieses Ziel in Zusammenarbeit mit dem PRO BAHN Arbeitskreis zu erreichen, zumal das entsprechende Fahrgastpotential seit Jahren vorhanden ist und ständig steigt.

 

Ein Staatspreis für Walpertskirchen

Der langjährige und ungewöhnliche Einsatz der Gemeinde und des PRO BAHN Arbeitskreises für den Bahnhaltepunkt Walpertskirchen wurde am 23. März 2006 mit dem vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie verliehenen Bayerischen Öffentlichen Personennahverkehrspreis gewürdigt. Mit Stolz konnte 1. Bürgermeister Georg Heilmeier die Auszeichnung in der Ludwig-Maximilian-Universität in München aus der Hand des Ministers in Empfang nehmen, der in seiner Laudatio hervorhob, mit dem Preis werde die „umfassende Aufwertung der Bahnstation Walpertskirchen mit einfachen Mitteln und ehrenamtlichem Engagement“ prämiert.

Bahnhof Walp 6

 

Ein Bahnhof mit angegliedertem Museum

Seit dem 20. September 2014 wird die Bahnstation Walpertskirchen durch ein kleines, aber feines Museum aufgewertet, das sich im Eigentum der Gemeinde befindet. Seine Einrichtungen umfassen eine „königlich bayerische Wärterbude“ aus den 1880-er Jahren. Daneben werden demnächst zwei historische mechanische Eisenbahnsignale aufgestellt. In der Wärterbude kann ihre bis ins Detail stimmige Inneneinrichtung und der Arbeitsplatz des Wärters aus einer längst versunkenen Zeit besichtigt werden – eine kleine Zeitreise, ohne einen Hauch von Digitaltechnik. Diese Wärterbude, die eine der letzten ihrer Art sein dürfte, befand sich bis 1989 am „Posten 10“ in Hörlkofen am Bahnübergang der Staatsstraße nach Hohenlinden. Danach hat sie auf einem Bauernhof in der Gemeinde Pastetten überlebt. Im Juli 2014 wurde sie von dort abtransportiert und anschließend vom PRO BAHN Arbeitskreis Walpertskirchen von Grund auf restauriert.

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Minutiös nachgestalteter Arbeitsplatz des Wärters im Walpertskirchener Museum.

Fotos: Karl Bürger

 

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